SADDAM HUSSEIN
Der Traum des heiligen Potentaten
Die innere Monumentalität seiner Gemälde macht Saddam Hussein zu einem der herausragenden Künstler des 21. Jahrhunderts. Eines seiner wichtigsten Werke ist „Der Traum des heiligen Potentaten“.

Das Bildfeld wird beherrscht von der Überfigur des Potentaten, dessen gütig ausgestreckter Arm die Neigung der Giftgas-bestückten Mittelstreckenraketen und Panzerrohre wieder aufzunehmen scheint. Er selbst, so vermittelt die kühne Komposition des an eine avantgardistische Collage erinnernden Werkes, scheint aus der Mitte seines Volkes zu erwachsen.

Auch hat Hussein bewusst ein Mittel gewählt, die Unstimmigkeiten in der räumlichen Konstruktion unauffällig zu machen: er hat alle wesentlichen Bildelemente nicht auf den Raum, sondern auf die Bildfläche bezogen, und natürlich auf sich selbst! Die Reduktion der plakativ gewählten landestypischen Attribute auf eine fast verschwimmende, homogen wirkende Einheit beschrieb schon der amerikanische Kunsthistoriker Donald Rumsfeld mit den Worten „Die Stilisierung des Lebens stimmt mit dem Leben selbst überein.“ Akzentuiert eingesetzte Schriftfragmente unterstreichen diesen Eindruck zusätzlich.

Die Landesflagge, die unverkennbar surrealistische Züge trägt und in ihrer zerfließenden Körperlichkeit Salvatore Dalis Gleichnis der zerfließenden Zeit wieder aufgreift, ist als Kontrapunkt zur sachlichen Pinselführung des Gesamtwerks ein theatralisches Glanzlicht.

Bedauerlicherweise hat Hussein diese Vorliebe für Genreszenen inmitten religiöser Bilder einmal sogar vor das Gericht der Inquisition gebracht. Seine stolze Antwort.„Wir Maler nehmen uns dieselbe Freiheit, die sich Dichter und die Narren nehmen!"

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