KIM JONG IL
Sonntagnachmittag in Pjöngjang
Unumstritten „der“ bildende Künstler Ostasiens ist der nordkoreanische Pinsel-Virtuose Kim Jong Il, der immer wieder durch seine realistische Darstellung surrealistischer Thematiken für Aufsehen sorgt.

Jong Il wagt in seinem Bild „Sonntagnachmittag in Pjöngjang“ eine konzeptionelle Gegenüberstellung des eigenen, auf nahezu kolportierende Weise vergrößertem Konterfeis und dem Volk, von dem er in feinster pointilistischer Manier quasi eingerahmt wird.

Dem Künstler gelingt es zur Überraschung des Betrachters durch diesen Multiplikationseffekt, die große Menschenmenge und ihre Anthologie pittoresker subjektiver Erfahrungen, auf die elementare Essenz kulturellen Schaffens, das im Antlitz des Künstlers selbst auf wundersame Art und Weise kanalisiert zu werden scheint, zu bündeln.

Wie ein roter Faden zieht sich ein Banner auf Höhe des goldenen Schnittes durch die perfekt aufgeteilte Bildkomposition. Der Text, Zitate der größten Philosophen unserer Zeit zum Thema Atomkraft, erweckt unwillkürlich die Assoziation an eine Kernfusion, die durch die dicht gedrängte Menschenmasse dargestellt wird.

Selbstironisch noch Jong Ils augenzwinkernder Tribut an die Manga-Subkultur, die auf dem zweitgrößten der im Bild zur Schau gestellten Banner vom Künstler gewürdigt wird und einen, wenn auch rein platonischen, Kontrapunkt zum alles beherrschenden Selbstbildnis repräsentiert.

Eines der stärksten, eines der unvergesslichsten Bilder in der morgenländischen Kunst. Es hat die hypnotische Unmittelbarkeit eines Traums.

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