GEORGE W. BUSH
Der gedungene Schäfer
Kein sich mit der bildenden Kunst beschäftigendes Essay kann auf den Shooting-Star des Neo-Militarismus, George W. Bush, verzichten. Sein Meisterwerk „Der gedungene Schäfer“ ist farbenfroh und voller Details, dabei jedoch keineswegs fröhlich oder gar humorvoll, sondern vollgestopft mit religiöser und sexueller Symbolik.

Dabei geht es hier nicht um Liebe, ja nicht einmal um Lust, sondern um eine unnennbare, unabwendbare Brutalität, um dir Macht der Dunkelheit, ja vielleicht sogar des Todes und nicht um die Kraft von Licht und Leben. Die strenge, beinahe bedrohlich anmutende Linienführung, die von der Anordnung der von Bush eingesetzten Personen unmerklich in die Symbolik des Nationalbanners überzugehen scheint, verstärkt diesen Eindruck zusätzlich und stellt gleichzeitig als bildnerisches Morendo dessen Existenz in Frage.

Durch die Hervorhebung der einen, hinter dem Rednerpult stehenden Person, deutet der Künstler spielend einen philosophisch initiierten Konflikt zwischen Monotheismus und Monroe-Doktrin an, den aus der Welt zu schaffen allererste Priorität hat. Versöhnlich wiederum erscheint die bewusst gewählte Darstellung der heiligen Dreifaltigkeit in Form der ganz im Vordergrund positionierten 3 Heiligen, die allein durch ihre sich von der Masse abhebenden Ornate beruhigend auf den Betrachter einwirken sollen.

Bush gelingt es in einer selten erreichten Prägnanz dem Betrachter eine unbehagliche Ferne zu vermitteln. Er benutzt seine Obsessionen und Ängste als Quellen für sein Werk und schafft ein Gleichgewicht zwischen dem unbewussten und dem vollkommen bewussten Gebrauch, den er davon macht.

Mit dem erhobenen Zeigefinger macht George W. Bush dem Betrachter augenzwinkernd klar, dass ein Schäfer für eine Herde unverzichtbar ist, selbst dann, wenn fehlende Heroik und aufgeblasene Rhetorik eine spielerische Leichtigkeit vortäuschen.

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