RUDOLPH MOSHAMMER
Titania liebkost Zettel mit dem Eselskopf
Einer der gefragtesten Expressionisten der Moderne ist der Münchner Maler Rudolph Moshammer, der mit seiner Interpretation einer heiteren Szene aus Shakespeares Märchenwelt, dem Sommernachtstraum, die internationale Kunstkritik zu wahren Elogen hinreißt.

Königin Titania, die Frau vom Feen-König Oberon, die Moshammer hier links in Pose setzt, wird aus Rache von Oberon verhext. Unter seinem Zauberzwang muss sie sich in das erste Lebewesen verlieben, auf das ihr erwachender Blick fällt. und da erblickt sie Zettel, den Weber, dem Puck einen Eselskopf angehext hat, in Moshammers Komposition rechts dargestellt.

Der Künstler bedient sich des klassischen Formenkanons auf eine sehr persönliche Art und Weise: Die Größenverhältnisse der Figuren entsprechen nicht der gewohnten perspektivischen Wahrnehmung. Trotzdem wird das Bild nicht enträumlicht, sondern seine Akteure büßen ihre Bindung an die Dreidimensionalität ein, bewegen sich im Bodenlosen.

Im Wesentlichen lebt das Bild jedoch, ungeachtet seines friseurlichen Sujets, von dem spannungsvollen Gegeneinander leise kontrastierender Farbflächen und der Dynamik der schwungvoll aufgebrachten Strähnchen von Zettel und Titania.

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