KAROL WOJTILA
Bauernfamilie
Der Titel „Bauernfamilie“ wie auch das heroische Pathos der Darstellung lassen unwillkürlich an die antike Tragödie denken. Vom Grandsigneur des Neo-Katholizismus, Karol Wojtila gemalt, ist das einzigartige Bild nicht nur das Hauptwerk des christlichen Militarismus, sondern auch eines der bedeutensten Meisterwerke des 21. Jahrhunderts.

Gleich einer Corona, dem Strahlenhof der Sonne, sind die Lebensfreude und Herzenswärme ausstrahlenden bäuerlichen Exekutiv-Organe um das Zentrum des Bildes, den Ober-Bauern angeordnet. Der Patriarch des ganzen Bauernhofes, aus feierlichem Anlass in strahlend weißem Ornat, verkörpert hier auf eine subtile Art die Unschuld des Ländlichen, ohne dass die Welt nicht existieren kann.

Was diese Menschen da tun, das ist so wenig, dass es kaum packend und ergreifend wirkt, und dennoch setzt langsam der leise Sog dieses Gemäldes ein und beginnt sich, je länger man hinsieht zu verstärken. Ein höchst pouläres Bild also - aber warum? Weil es, im 21. Jahrhundert entstanden, wie aus dem 12. kommend aussieht? Weil es konservativ-antimodern für den kleinen Mann gemalt ist?

In einer Zeit geistiger und humanistischer Aufklärung hält Wojtila uns betont eine Geisteshaltung aus der Steinzeit vor Augen. So will es scheinen, als habe der Künstler südeuropäische Glaubensmentalität vergangener Epochen konserevativ als stabilisierenden Ursprung der Welt feiern wollen.
Ein Bild, das zum Nachdenken anregt, über Gott und die Welt.

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