Gute Güte, war der englische Fraß letzten Monat schlecht! Da gehe ich heute lieber auf Nummer Sicher und genehmige mir mit den Hacksteaks von Sonnen Bassermann ein Stück traditionelle deutsche Küche.
Schon beim Einstechen der Folie verbreitet sich ein schwerer Ich-wär-so-gern-ein-Sonntagsbraten-Geruch - ob das wohl gut geht? Der Packung-Inhalt-Vergleich ist, wie im ganzen Instant-Food-Segment eher ernüchternt.
Vorsichtig mache ich mich an das Kartoffelpüree. Das ist unerwartet gut, schön sämig, kaum schleimig und überhaupt absolut genießbar. Das „bunte“ Gemüse ist dagegen reichlich grau. Es rücksichtslos verzuckert und hat leider genau die Schleimigkeit, die das Püree eben nicht hat. Was soll’s, da sind ja noch irgendwo in der angeblich pikanten Bratensoße meine beiden Hacksteaks aus Schweinefleisch. Aber ob ich mich da wirklich ranwagen soll?
Nach einer ersten Schnittprobe gewinne ich Innenansichten einer Frikadelle. Au weia, ich sehe Dinge, die niemand sehen sollte. Weißliche Einschlüsse von zweifelhafter Herkunft durchsetzen die Fleischmasse. Während ich mich angeekelt durch mein Testprogramm kaue, frißt mir meine blutjunge Fotografin das Kartoffelpüree weg. Die Hacksteaks (darf man sowas eigentlich so nennen?) sind butterweich wobei das eigentlich noch ein wenig euphemistisch ist - wasserleichenwabbelig wäre doch treffender. So macht das Essen keinen Spaß.
Die Wertung:
Abgesehen vom Kartoffelpüree, von dem ich auch gern etwas abbekommen hätte, das bisher größte Gaumendesaster des Kontinents. Das englische All-Day-Breakfast nimmt natürlich weiterhin eine traurige Sonderstellung ein.