Die Orthodoxen
Laufzeit Das grundlegende Bekenntnis der orthodoxen Kirche, das sogenannte „Nicaenum“, stammt aus dem Jahre 451, was einem soliden Mitelfeldplatz entspricht. Als eine unter vielen christlichen Gruppierungen hat man hier den Anspruch, die einzige unverfälschte und ursprüngliche zu sein, sozusagen das Original. Schade nur, dass man dabei ganz vergessen zu haben scheint, was die ersten echten Christen wirklich zu tun hatten: sich nämlich von einer ausgehungerten Löwentruppe verputzen zu lassen!
Haute Couture Stellen Sie sich den Weihnachtsmann nach einer 12-stündigen Schicht im Kohleflöz vor, dann wissen Sie, wie hier die Mode abgeht! Als erstes benötigen Sie eine typische Kopfbedeckung: lassen Sie einfach von Ihrer Frau den Fischräucherofen oder Büropapierkorb mit schwarzem Stoff umhüllen und zack, fertig ist die Haube! Wichtig ist außerdem, dass Sie einen Bartwuchs wie ein kretischer Olivenbauer haben oder als Ersatz die schwarze Federboa Ihrer Frau ausleihen dürfen. Zuguterletzt schnappen Sie Sich noch Ihr schwarzes Frottee-Spannbettlaken und den Schürhaken vom Kamin und Sie sind orthodox wie nix Gutes!
Architektur Zu den Kirchen gibt es eigentlich nicht viel zu sagen - die sehen eben aus wie Kirchen! Aber wer erwartet von Leuten, die sich komplett in Schwarz hüllen und von der Erfindung des Rasierens noch nie etwas gehört haben, architektonische Wunder? Dummerweise gibt es auch bei den einzig wahren Teerjacken weder einen Imbiss noch eine Bar in den Gotteshäusern und das wird prompt mit einem harten aber gerechten „Mangelhaft“ geahndet.
Lukullisches Wenn Sie überhaupt irgend ein Nahrungsmittel durch Ihren Bart bis in den Mund bugsiert bekommen, lassen Sie es Sich gut schmecken, denn, weil Sie ja mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Russland, Syrien, Griechenland oder einem vergleichbaren Hungerleiderstaat kommen, werden Sie so schnell nichts wieder kriegen, es sei denn. Sie arbeiten in der Hostienbackstube.
Komische Bräuche Relativ einzigartig ist der Brauch, kleine bemalte Sperrholzreste, auf denen im Stile naiver Malerei ein und dieselbe Fratze in immer dem selben Goldfarbton aufgepinselt wurde, anzubeten.
Viele spaßige Hobbies dieses Christentum-Derivats, wie das Schwenken des lustig machenden, THC-haltigen Weihrauchs und die charmanten Gesänge findet man ebenfalls in der verwandten katholischen Kirche wieder.
Man betont außerdem auch in der gesamten orthodoxen Theologie immer wieder gerne das „Nicht-Wissen“: Gott - unfassbar, unbegreifbar, unerkennbar - der Mensch steht fassungslos vor dem göttlichen Mysterium. Ganz schön pfiffig, von Tuten und Blasen keine Ahnung zu haben und daraus eine Tugend basteln, aber echt überzeugend ist das nicht. Zwar haben auch die vielen farbenfrohen Vertreter anderer Konfessionen von nichts einen Schimmer, aber die hängen es wenigstens nicht an die große Glocke.
Verheißung Wenn Sie ihr Leben lang ausgesehen haben wie der Weihnachtsmann und auch genauso artig waren, haben Sie große Chancen in ein ganz tolles Paradies zu kommen. Dort gibt es noch größere Hüte und ihr Bart wächst 20 cm pro Tag. Alles ist herrlich schwarz, augenbeleidigende und völlig überflüssige Farben gibt es nicht, nur schwarz, ein Traum für jeden Patriarchen.
Die größten Stars Der liebe Gott, Jesus, Athenagoras, die Apostel, Kyrillos von Jerusalem, Evagrius Ponticus, Hilarius von Poitiers, Johannes Damaskenos
Fazit Wenn Sie sich seit dem 15. Lebensjahr nicht mehr rasiert haben, auf mannshohe Hüte stehen, total auf Schwarz abfahren und kyrillische Preisschilder lesen können, sind Sie der geborene Patriarch.